Mein Leben in Spielen — Marvin Grollius

"Final Fantasy X hat meinen Blick auf Videospiele für immer verändert."

Spiele können vieles sein: Unterhaltung, Herausforderung, Eskapismus, Trost. Sie sind verflochten mit der eigenen Geschichte. In der Serie „Mein Leben in Spielen“ reisen Freund*innen von WASTED zurück in die Zukunft.

Marvin hat ein großes Herz für Popkultur. Er liebt Anime, Brettspiele und Trading Card Games. Und natürlich Games! Und Podcasts. Er macht sogar welche. Manchmal sogar hier auf WASTED. In diesem Beitrag schüttet er sein Herz über diejenigen Games, die sein Leben besonders geprägt und bereichert haben. Final Fantasy ist natürlich dabei.

1992 Teenage Mutant Hero Turtles: The Hyperstone Heist

Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der, zumindest manche, Charaktere schon eine echte Form hatten und nicht nur aus 5 Pixeln bestanden – Verrückt, ich weiß. Wie bei den meisten Familien habe ich immer die alten Sachen meines Bruders geerbt. So auch irgendwann den Sega Mega Drive. Meine ersten Videospielerinnerungen sind mit dieser wunderschön-klobigen Konsole verbunden. Das erste Level eines Sonic-Spiels habe ich vermutlich hunderte Male gespielt. Beendet hab ich zu der Zeit selten einen Titel, weil ich einfach zu schlecht war.

Meine ersten prägenden Erinnerungen an Videospiele habe ich aber mit Teenage Mutant Hero Turtles: The Hyperstone Heist errungen. Ein Spiel, von dem ich immer dachte, es hieße eigentlich Turtles in Time, aber gut, man lernt nie aus. Von Superhelden war ich von klein auf begeistert. Und dann gab es da einfach diese 4 humanoiden Schildkröten, die anderen mit ihren Stöckern und Schwestern eine verpasst haben. Das war in meinen kindlichen Augen extrem magisch.

Plötzlich waren die TV-Abenteuer der Helden interaktiv und ich konnte selbst in die Haut der vier Kämpfer schlüpfen. Ich konnte mit meinen Freunden Gegner besiegen und Abenteuer erleben. Und so hat das Spiel den Grundstein meiner Videospielerfahrung gelegt.

2002 Final Fantasy X

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht über das 2002 erschienene Final Fantasy X sprechen würde. Bis heute bin ich der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um das beste Spiel handelt, das jemals programmiert wurde.

Die Faszination für das Franchise hat damals innerhalb der Familie angefangen. Als Zuschauer habe ich die Abenteuer aus FF VII und FF VIII erlebt und genossen. Jahre später, als ich alt genug war, habe ich mir meinem besten Freund im Dorfladen Final Fantasy X gekauft, das ich zuvor nur bei meinem Nachbarn aus der Ferne anhimmeln durfte. Während mein Freund das Spiel schneller gedroppt hat, als ich „Kimahri Ronso“ sagen kann, hat es mich auf ewig begleitet.

Ungefähr ein Jahr nachdem ich das Spiel beendet hatte, habe ich herausgefunden, wie viele zusätzliche Inhalte in diesem Spiel stecken. Es war ein Augenöffner. Nie hätte ich gedacht, dass so viel in einem Spiel stecken kann, das rein optional ist. Es hat meinen Blick auf Videospiele für immer verändert. Und doch habe ich bis zum heutigen Tag nicht ein einziges Mal den optionalen Superboss geschafft. ABER IRGENDWANN!

Bis dahin freue ich mich mit Miene jemanden gefunden zu haben, mit dem ich über das Thema Final Fantasy im Runaways-Format Chronicles regelmäßig über das Franchise sprechen darf. Schließlich ist dieses Spiel zu vielen Teilen dafür verantwortlich, dass ich heute Podcasts produziere und hat zu vielen, interessanten Bekanntschaften geführt.

2006 Fly for Fun (Flyff)

Mit dem Aufkommen von World of Warcraft wurde das MMORPG-Genre plötzlich enorm groß. Riesige Spielwelten, die man jederzeit online aufrufen konnte, um gemeinsam mit Fremden, Bekannten und Freunden Abenteuer zu erleben. Für viele war das mindblowing. Während alle über WoW redeten, hatte ich schlicht weg kein Geld. Das Taschengeld reichte gerade mal für eine Packung Yu-Gi-Oh!-Karten. Abos lagen nicht im Budget.

Wie so oft, hat sich aber hier gezeigt: Hat einer eine gute Idee, machen Hunderte es nach. Also dauerte es nicht lange, bis diverse Firmen anfingen, kostenlose Alternativen anzubieten. Und glaubt mir, ich habe sie alle gespielt: Von Metin2 über NosTale bis hin zu dem Spiel, das mich jahrelang fesseln sollte – Flyff.

Als Kind, das mit Digimon, Pokémon und Co. aufwuchs, hat mich das Spiel mit seinem Anime-esquen Look direkt in seinen Bann gezogen. Am liebsten wollte ich gleich alle Jobklassen gleichzeitig testen und es hat in meinem Kopf damals Klick gemacht. Aber auch nur dort. Meinen ersten Charakter, ein Magier, habe ich natürlich hoffnungslos verskilled.

Plötzlich war ich nicht mehr Marvin, sondern xXxDragonfirexXx. (man wollte ja cool und edgy sein). Manchmal war ich ein beidhändig-kämpfender Blade, manchmal heilender Ringmaster. Das Spiel hat viele Jahre meines Lebens in Anspruch genommen. Was auch daran lag, dass irgendwann ein einziges Level einen ganzen Monat Spielzeit abverlangte. 

Niemand hat gesagt, dass das Spiel objektiv gut ist, okay?! Von Lan-Partys über gehackte Accounts bis hin zu unangenehmen Teamspeak-Abenden war alles dabei. Oh, sweet Memorys. 

2016 Overwatch

Das Abi in der Tasche, das Studium im vollen Gange und die große Bachelorarbeit am Horizont. Inmitten dieses Tohuwabohus kam ich Ende 2015 / Anfang 2016 auf die großartige Idee, einen eigenen Podcast zu gründen – Runaways. In Folge 12 hatte sich das Format gefunden, das unseren Podcast bis heute besonders macht. Wir haben Reviews in Form vorproduzierter Mazen als Teil eines größeren Podcasts veröffentlicht. Dadurch wollten wir dem Podcast einen USP und einen höheren Produktionswert geben.

In dieser Folge besprachen meine damalige Podcast-Kollegin Caro und ich die zwei großen Rivalen seiner Zeit: Battleborn und Overwatch. Jeder hatte eines der Spiele gespielt. Im Podcast haben wir dann die Mazen vorgestellt und ich hab, ganz ehrlich gemeint, damals Battleborn verteidigt. NAJA, diese Diskussion ist nicht ganz so gut gealtert. Denn auch wenn ich Battleborn verteidigt hab, habe ich im Nachgang Overwatch exzessiv gespielt und war dabei sehr schlecht. Immer. 

Denn auch wenn ich schon viele Shooter gespielt habe, war ich nie sonderlich gut. Overwatch hat mir aber mit einigen Helden die Verantwortung für das Zielen abgenommen und es damit zugänglicher gemacht. Das ist vermutlich etwas, das das Spiel für viele interessant gemacht hat und teilweise auch dessen Erfolg begründet. Jahrelang war es immer mein Go-To-Spiel. Auch heute noch starte ich das Spiel gelegentlich.

Für mich wird Overwatch aber immer mein Runaways-Spiel sein. Mein Spiel, das ich mit meinen Podcasts verbinde und es deshalb einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat.

Marvin Grollius

MG Host

Verdient sein Geld damit, Anime zu schauen und podcastet in der Freizeit über Videospiele bei Runaways, 2 Stunden später und Wasted. Erwachsen sein hat er damit durchgespielt.

6 Kommentare


Kommentare

  1. Danke für die extrem lieben Worte. <3 Schöner kann man an einem Sonntag nicht aufwachen.
    Freue mich sehr, Teil der Wasted-Community zu sein und hoffe, dass alle extrem viel Spaß mit dem Podcast-Duell haben werden. :slight_smile:

  2. Avatar for Adrian Adrian says:

    Wer hat sich noch verlesen und „unsympatisch“ statt „ursympatisch“ gelesen?

  3. Avatar for KaFour KaFour says:

    ich auch. Ich habe mir sogar kurz eine Moderation durch einen unsympathischen Grantler vorgestellt…hätte auch was… Aber so ist besser :slight_smile:

  4. Avatar for Stasya Stasya says:

    Das Erlebnis mit FFX kann ich so gut nachvollziehen. Hach, waren das noch Zeiten… Ich glaube, ich habe immer noch das Lösungsbuch von meinem Kumpel „ausgeliehen“ :joy::see_no_evil:

    Und ich habe einen freudschen Verschreiber gefunden, der fast zu lustig ist, um ihn zu korrigieren

    „diese 4 humanoiden Schildkröten, die anderen mit ihren Stöckern und Schwestern eine verpasst haben“

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