Fixing Gamers

Peaches, peaches, peaches, peaches!

Wenn in 2023 Gamestudios Protagonistinnen entwerfen, deren Aussehen keiner Normschönheits-Porno-Fantasie entspricht, tendiert eine Gruppe Gamer dazu, diesen „Missstand“ fixen zu wollen und präsentiert ihre Verschönerungsideen. Dabei offenbaren sich diese Fixer als das eigentliche Problem. Das sollte gefixt werden.

Spam-Mails gibt es immer noch. Das Wettrüsten Fishing gegen Filter hält seit Jahrzehnten an und beweist, dass es immer noch Menschen gibt, die auf einen algerischen Prinzen oder eine nymphomanische Unbekannte hereinfallen. Es müssen nicht viele sein, nur so viele, dass es sich lohnt, diese E-Mails zu versenden. Mit Boobies und Booties in Games muss es sich ähnlich verhalten. Sie sind da, weil sie funktionieren. Nicht überall, längst nicht bei allen, aber offenbar gut genug. Man könnte es mit Humor nehmen, wenn sich Kojima wieder mal an seinen Frauenfiguren abarbeitet oder die x-te Shovelware einem rapey Porngame zum Verwechseln ähnlich sieht – aber es ist ein Problem. Nicht erst seit Gamergate und auch nicht erst seit Anita Sarkeesean genauer hinschaute. 

Und das nehme ich persönlich.

In einem Mindset irgendwo zwischen underfucked und oversexed gedeihen Fantasien von überdimensionalen Brüsten, Rüstungen aus Dessous und Kindschema-Köpfen auf Fuckdoll-Körpern. In Character-Select-Screens, auf Spielecovern, in Werbebannern und Action-Figuren. So oft wie diese Bilder gezeichnet werden, so selten werden sie in Frage gestellt – zumindest in der Blase, in der sie stattfinden. Mir, der sich als gamender CIS-Mann identifiziert, kann das nicht egal sein. Nicht nur, weil es eine Erscheinung von tief sitzendem strukturellen Sexismus, Maskulinismus und verstörendem Sexualverständnis ist. Sondern mindestens auch, weil es eine ganz bestimmte Story über „Gamer“ und über mich erzählen will. Und das nehme ich persönlich.

Guilty Gear Strive, Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball, Genshin Impact, Catherin Full Body, Bayonetta und zwei Spiele von denen Facebook glaubt, dass ich notgeiles Stück sie mögen dürfte.

Neon White hält mich für ein untervögeltes Arschloch

Neon White, zum Beispiel, ist ein tolles Spiel, ein Überraschungshit mit hyperfokussiertem Gameplay, einem fantastischen Pacing, toller Musik und sporadischen Wichsvorlagen für heterosexuelle junge Männer. Der Anime-Style der Zwischensequenzen überzeichnet alle Figuren und verdeckt Gesichter durch diabolische Masken. Die Dekolletés hingegen sind maximal inszeniert. Das Spiel schreit mir „HAST DU DIESE BRÜSTE GESEHEN, ALTER!?“ in jeder zweiten Cutscene ins Gesicht.

Korrekt gespielt: Sie können sich Ihren Gewinn nun abholen.

„You’re so lucky you don’t have big boobs, White“ säuselt die Figur Neon Violet in einer Zwischensequenz mit Piepsstimme. Einen Grund, das zu thematisieren, braucht sie dafür nicht. Das Vorhandensein ihrer Brüste und einem männlichen Gegenüber reicht aus. Neon Violet ist natürlich keine echte Frau, sie ist ein von Männern geschriebener und gezeichneter Cartoon. Ihre Funktion ist kein cleverer Kommentar zu den individuellen Implikationen weiblicher Anatomie. Sie ist der Crazy-Girlfriend-Love-Interest für den Hauptprotagonisten, der cool, agil und sportlich ist, dem die Frauen gerne ihre Brüste ins Gesicht drücken. Er ist derjenige, mit dem ich mich identifizieren soll, der ich offenbar sein wollen soll?

Als wäre dieser alberne Dialog nur ein Vorgeschmack gewesen, schickt das Game mein Alter Ego und seine zwei Love-Interests an den Strand. Die Frauen in kleinen Bikinis, auf die die Hauptfigur eine gewohnt infantile Stotter-Reaktion zeigt. Neon White macht deutlich, was es glaubt, was ich gerne sehen möchte. OB DU DAS AUCH SO GEIL FINDEST HAB ICH GESAGT?

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Neon Whites Strandszene hat eine besondere Wirkung auf mich, nicht weil es anders ist als Lara Crofts Tittenunfall („Höhö, geil oder, wir lassen das einfach so“ ist eine wahre Geschichte aus der Entwicklung des Games) oder als Quites Stripclubperformances aus Metal Gear Solid 5, sondern weil dieses Spiel, das mich auf so vielen Ebenen abholt, ausgerechnet DIESES GAME es ebenfalls nicht unterlassen kann, mich für ein untervögeltes Arschloch mit Incelvibes zu halten. Die Annahme ist, dass Gamerjungs halt so ticken. Die wollen das so. Diese Unterstellung ist verwandt mit Sprüchen wie „Boys will be boys“, die jede noch so bescheuerte Aktion als „typisch Jungs“ bagatellisieren und findet Höhepunkte in derartigen Annahmen, dass Männer reihenweise Frauen vergewaltigen würden, wenn man sie nicht für Geld kaufen könnte; das Was-zum-gucken-haben ist letztlich der kleine Bruder vom Was-zum-ficken-haben.

Aber die Männer doch auch!

Ein beliebtes Argument, um die Hypersexualisierung weiblicher Figuren zu rechtfertigen und die Kritik daran abzumildern, ist aufzuzeigen, dass männliche Figuren im gleichen Kontext oft ebenfalls überzogen muskulös, halbnackt und sexuell aufgeladen gezeigt werden.

Zum einen ist das drollig. Als ob dadurch eine Art moralischer Ausgleich geschaffen würde, weil auch das heteronormative Gegenstück fetischisiert wird. Ist jetzt alles wieder gut, weil das Männerbild genau so abgefuckt ist wie das Frauenbild? 

Zum anderen ist es ein Scheinargument. Wir müssen nicht einmal tief in einen zahlenmäßigen Vergleich hypersexueller Darstellung von weiblichen und männlichen Charakteren gehen, um zu verstehen, dass die Adressaten dieses Codings dieselben bleiben.

Es ist die Kaufhaus-Abteilung FÜR IHN: Frauen lasziv, verkindlicht und im Subtext bereit für den nächsten Fick, Männer groß und stark, laut und kämpferisch, die ideale Projektionsfläche für die eigene Machtfantasie. Es bleibt eine Welt von ihm für ihn, Male Gaze Galore. Mainstream-Pornos sind nicht weniger misogyn, nur weil Männer darin auch nackt sind. Das Problem ist nicht die nackte Haut und nicht der Sex, sondern die Antwort auf die Frage, für wen und zu welchem Zweck es da ist. 

Im Roster von Tekken 7 beispielsweise befinden sich über 50 Charaktere, etwa fünfzehn davon sind Frauen. Keine davon wurde auch nur annähernd mit einem Körperbau entworfen wie der der im gleichen Spiel existierenden Bob oder Ganryu, die beide eher Ähnlichkeit mit Jack Blacks Physiologie haben. Tekken ist das Spiel, in dem man einen Bären gegen einen Wrestler mit Tigerkopf kämpfen lassen kann. Das ist also keine mangelnde Fantasie, das ist ein sehr spezifisches Narrativ, das davon erzählt, wie sich Ultramann die Welt vorstellt.

Gegenseitige Befruchtung

Das Dilemma dabei: Während ich mich darüber beschwere, wie pornogesteuert und anspruchslos mich Gamedesigner finden müssen, liefern wenige, aber lautstarke Trolle den Beweis zur Bestätigung. In einem gigantischen Circle-Jerk feuern sich Developer und Gamer gegenseitig an. Die kurze Szene nackter Comic-Haut aus Neon White gibt es natürlich bei Youtube zum noch einmal Anschauen. Die Beschreibung dazu liest sich „I got you [covered]“, das in etwa so zu lesen ist wie „keine Sorge, ich hab was du brauchst“. Die Männerrunde atmet auf. Der wertvolle Stoff ist als VOD festgehalten, für den sexy Dopaminshot auf Kommando, verfügbar und willig. Danke. Im Gamercirclejerk kümmert man sich umeinander. Das ist so selbstverständlich, so normal, dass wir daraus nicht einmal mehr einen Hehl machen. 

Nur macht es keinen Unterschied, ob die Herren ihren Fetisch zugeben oder mit halbseidenen Begründungen kaschieren, sie tun doch dasselbe und richten ihre Fantasie-Frauen zur – in ihren Augen – maximalen Fuckability ab. Das ist nicht dasselbe wie große Brüste zu mögen, das ist die millionenfache Publikation einer Idee, wie Frauen zu sein haben. Ganz abgesehen davon ist „Ich mag halt große Brüste“ nur einen Hauch origineller als „DICKE TITTEN KARTOFFELSALAT“. In einer Welt, in der Kurzvideos umso besser klicken, je sichtbarer die Brüste sind, stellt sich außerdem die Frage, ob es nicht doch einfach nur Masche ist. „Sex sells“, so verzerrt das Wording auch ist, war niemals weg und generiert nach wie vor zuverlässig Aufmerksamkeit. 

Im Individualfall funktioniert diese Masche bisweilen natürlich nicht. Choose your own desire, natürlich schreibt die Darstellung niemandem vor, was gut und begehrenswert ist und was nicht. Oder? Vielleicht sollten wir die normative Wirkung von dem, was wir uns in aller Regelmäßigkeit zumuten, nicht unterschätzen. Die I-like-me-some-big-titties-Fantasie steht neben so vieler ihrer Geschwister, dass die Menge alleine einen faszinierenden Normalisierungseffekt hat. Boob-Jiggle-Physik in einem Fighting game? Ist halt so. Booty-Shots für das Battle Royale? Völlig normal. Androiden mit lolitaesquem BDSM-Coding? Da muss man halt das Werk vom Kunstgriff trennen lernen. Wir sind ja alle erwachsen.

Nier Automata: Auf youtube gibt es Anleitungen, wie man 2B (links) am schnellsten von ihrer „Rüstung“ befreit

Verantwortung, los!

Hypersexualisierte Botschaften, die Erzählende in die Welt geben, bedienen ein Milieu, in dem bestimmte Menschenbilder und Erwartungen gedeihen. Die Gewalt, mit der diese weißklebrige Suppe von Normen dort verteidigt wird, ist überwältigend. Als Macher dieser Botschaften kann man seine Verantwortung gar nicht überschätzen. Als das Remake von Resident Evil 4 die damals schon peinlichen Zoten des 2004er-Originals nicht mehr zeigte oder zuließ – darunter Kommentare über Oberweiten und Unters-Höschen-Guck-Mechaniken – gefiel das einigen Jungs im Internet zumindest nicht. 

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Nicht mal ein frauenverachtendes Arschloch darf man mehr sein.

Weil’s die Jungs halt geil macht“ ist einfach kein besonders guter Grund

Mit „Gamer“ ist hier natürlich nicht das gesamte Spektrum der Spielenden gemeint, sondern dieser spezielle Typ Gamerboy. Und natürlich sind diese Gamer nicht okay. Sie waren nicht okay als Nintendo sich entschieden hat, seine Konsole exklusiv als Jungsspielzeug zu vermarkten und auch nicht, als es ein Jahrzehnt später immer noch als Beleidigung galt, „wie ein Mädchen“ zu spielen. Sie sind nicht okay, seitdem Computerzeitschriften stets nahe der Pornohefte einsortiert werden, seitdem sich Duke Nukem als ironiefreier Kult wähnt und auch schon lange vorher nicht.

Es gibt zahlreiche Diskussionen darüber, wie sich der Fetisch um Hypermaskulinismus und das überproportionale Bedienen des Male Gaze auf Jungs, Mädchen und alles dazwischen auswirken kann. Dass „Gamer“ da gelegentlich vergessen, wie Frauen tatsächlich aussehen, und fehlende Fuckability für einen zu behebenden Fehler halten, ist eine verhältnismäßig milde, aber keine harmlose Erscheinung. Von verzerrten Menschenbildern, über die Faschos auf 4chan, Gamergate, Incel-Persönlichkeiten bis hin zu Frauenhass und Femiziden lassen sich Verbindungsgeflechte finden. Es ist eben nicht egal, wenn Sexualisierung, Objektifizierung und Herabwürdigung nur virtuell statt real stattfinden. Das Mindset bildet die Grundlage für reale Konsequenzen.

Nothing encapsulates male fragility more than the dudebros screaming incoherently in incandescent and incel-shaded rage because a fictitious character in a speculative setting would not hypothetically fuck them.
(Dr. Bodie A. Ashton auf Twitter)

Wenn die Welt nicht mehr in Ordnung ist, wenn Machoismus unerwünscht ist und die Mädchen nicht so aussehen wie auf den Fanart-Postern, zeigt sich, auf welch dünnen Beinen das Bild der eigenen Männlichkeit gebaut ist. Die Welt hat ihren Jungs erzählt, wer sie zu sein und was sie geil zu finden haben, die Realität aber ist damit – Überraschung – nicht wirklich kompatibel. Dieses Ego, das dann anfängt zu fluchen, zu schreien und zu schießen, ist krank. Das ist nicht witzig oder verachtenswert, das ist unglaublich tragisch und braucht dringend Hilfe, Lösungen. Und vor allem: Einen verantwortungsvollen Umgang mit sexuellen Codes. „Weil’s die Jungs halt geil macht“ ist einfach kein besonders guter Grund, alle Frauen in Bikinis rumrennen zu lassen; es sei denn, Du willst nur aufgegeilte, schwanzgesteuerte Jungs auf Deiner Party.

Trotzverhalten und Geltungsdrang

Die Marketing-Maschine der Industrie sieht das offenbar anders und zeigte in Halle 6 der Gamescom im letzten Jahr lebensgroße Waifu-Kissen (die eigene Hot-Girl-Fantasie-Ehefrau zum ein- und beschlafen), T-Shirts mit Hentai-Mädchengesichtern in zweifelhafter Ekstase und allgemeines „Kauf Dir eine, die dich ranlässt“-Merch. Für diesen unterwürfig-deliriösen Gesichtsausddruck (verziert mit Schweiß oder Sperma, man weiß es nicht) gibt es ebenfalls einen Namen, so selbstverständlich wie Genrebezeichnungen oder Obstsorten. Das Mindestalter für den Besuch der Gamescom ist 12 Jahre. 

Diese Shirts trägt man vermutlich ironisch
Sie ist „gutes Material“, wenn sie Dir Ihre Brüste zeigt

Natürlich gibt es daneben auch Mario & Luigi-Tassen, das ein oder andere Zelda-Poster und Kirby-Schlüsselanhänger. DENN WENN DU DAS TOLL FINDEST, FINDEST DU DOCH AUCH ANIME, WAIFUS UND AHEGAO TOLL, ODER? Ein Hauch weniger Amibguitätstoleranz und die Identitätskrise würde anklopfen. Wenn das diese „Gamer“-Kultur sein soll, möchte ich nicht dazugehören. Wer sich so gebiert, als Industrie oder als Enthusiast, darf sich nicht wundern, trotz Rekordumsätzen und Riesenbudgets, nicht auf dem gleichen Level Geltung zu finden wie andere Medien oder Kunstformen.

Und dabei bettelt kaum etwas so verzweifelt um Anerkennung wie das „Gaming“, ob als Branche oder als Hobby. Welchen anderen Zeitvertreib macht man sich sonst derart zum Teil seiner Identität? Filme und Bücher machen niemanden zum „Watcher“ oder „Reader“. Vom „echten“ Gamer allerdings wird plakatives Commitment verlangt. Nicht nur zeitliche Investitionen, die selbst Game-of-Thrones-Binging in den Schatten stellen, sind notwendige Kriterien für das Label; diese einmal erlangte Anerkennung muss behütet und verteidigt werden. Neben dem allgemeinen Gatekeeping führt das zu Normalisierung von fragwürdigen Inhalten, Kritikunfähigkeit und Schaum vor dem Mund, sollte am Kleinod etwas ausgesetzt werden. 

Zum Glück gehört auch zur Wahrheit, dass diese identitäre Form der Gamerkultur nur einen Teil der digital Spielenden dieses Planeten ausmacht. Gamer sind ebenso jung wie alt, weiblich wie männlich, core wie casual. Trotzdem scheint der männliche Nerd der Archetyp zu bleiben, der Dreh- und Angelpunkt von Repräsentationen, die kollektive Idee, was ein Gamer ist und was er so macht. Ein Stereotyp, so festgefahren wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Ein System, das sich mithilfe seiner Klischees selbst erhält. 

Auf einem Rant allein kann man nicht stehen

Genug. Manchmal ist es vor lauter Frust nicht spürbar, aber Zeiten ändern sich. Zwar scheinen Entscheider*innen noch irgendwo in ihren Sex-Sells-Weltbildern festzuhängen, aber zumindest der Widerhall bleibt schon lange nicht mehr aus. Twitch-Streamer*innen setzen Zeichen und sexistischem Gelaber exemplarisch ein Ende und Gamedeveloper beweisen, dass man sexy sein kann, ohne sich in billigen Tropes zu verlieren

In Communities wie der um den zweimal im Jahr stattfindenden Speedrun-Marathon „Games Done Quick“ zeigt sich immer öffentlichkeitswirksamer ein großes Spektrum von hochtalentierten Gamern, männlich, weiblich, trans, alle Buchstaben des Regenbogens sind vertreten. Sexismus und Maskulinismus sind keine Nischen- oder „Frauenthemen“ mehr, ob Polygon, Kotaku oder Wasted, die Blüten gamifizierter Misogynie bleiben auch im Journalismus seltener unbemerkt oder unkommentiert. Selbst auf Reddit oder Twitter scheint es so, dass jene, die nach Bestätigung ihrer veralteten Menschenbilder suchen und darüber lamentieren, wie unsäglich woke doch alles geworden ist, deutlich mehr Konter als Zustimmung erfahren.

Es könnte der Anfang vom Ende des Boysclubs sein und der Beginn von etwas Großem: Die Adoleszenz der Branche. Zwar wäre es wohl etwas zu viel verlangt, eine vollständige Emanzipation zu erwarten. In einem patriarchalen und androzentristischen System reproduzieren wir zwangsläufig patriarchale Werte und Androzentrismus. Auch Film,- Musik und Bücherindustrie sind ja nach wie vor in überwältigendem Maß durch Männer und männliches Denken bestimmt. Doch die Gamesbranche sollte sich zumindest eine vergleichbare Kritik gefallen lassen und sich an modernen Ansprüchen messen lassen – und nicht daran, wie viel Softporn sich in eine Stunde Gameplay quetschen lässt.

Mirko Lemme Freier Autor

ML Redaktion

Mirko ist hauptberuflich Webdesigner und -entwickler, passionierter Gamer und Musiker. Irgendwann hat er mal was mit Journalismus studiert, aber am liebsten geht es ihm um den „Primary Loop“, also den Kern einer Angelegenheit. Er scheut sich darüber hinaus nicht, Douglas Adams und Sibylle Berg in einem Atemzug zu nennen.

7 Kommentare


Kommentare

  1. Avatar for Jagoda Jagoda says:

    Ein Beitrag? Ein Beitrag! :partying_face:

    @Mirko möchte nicht soooo gern von Gamedesignern für ein untervögeltes Arschloch gehalten werden und hat darum diesen Text verfasst. <3

  2. Danke für den Text @Mirko, der trotz des Themas unterhaltsam ist. Und mir ein wenig ein gutes altes WASTED Gefühl zurückgebracht hat.

    Habe auch das Gefühl, das es ein klein wenig besser wird, was Widerspruch und Ähnliches angeht. Kann aber auch ein in der Bubble aufhalten Problem sein.

  3. Avatar for kkuez kkuez says:

    Wow wie geil bitte??
    :tada: :tada: :tada: :tada: :tada: :partying_face: :partying_face: :partying_face: :partying_face:
    Den werde ich morgen ganz feierlich lesen, vielen Dank euch!!

  4. Avatar for Adrian Adrian says:

    Ich gebe Mirko prinzipiell recht und ich finde es auf der Gamescon eigentlich auch deppert, dass in der Merch Halle entsprechendes Zeug verkauft wird.

    ABER: Das ist eine Sicht mit „europäischen“ Werten und in Japan wird anders mit dem Thema umgegangen. Neon White scheint mir ein Spiel zu sein, dass sich sehr stark der japanischen Manga/Anime Kultur zu bedienen, inkl. seiner Bildsprache und Art Design. Die muss man nicht teilen oder gar mögen, aber das ist eine Erklärung woher diese Darstellungen kommen. Die Größe, Form und wie die Brüste präsentiert werden, haben ja sogar eine Bedeutung und sollen Charakterzüge beschreiben (zumindest theoretisch…).

    Fun Fact: Das kam erst nach dem 2. Weltkrieg, weil um die Zeit die USA ihren Brust-Fetisch entwickelt haben und Japan Animes für den Amerikanischen Markt entwickelt und exportiert hat. Das gab dan ein bisschen Kultur-Ping-Pong und dadurch steht man jetzt da wo man ist inkl. der von Mikro angesprochen Unterhosen-Mechanik.

  5. Avatar for VfBFan VfBFan says:

    Habe gerade das erste Mal das idiotisch dumme Video aus Metal Gear Solid 5 angeschaut. Meine Güte was für ein Scheiß. Da fällt mir nur eines ein: Warum? :roll_eyes:

    Das mit Kojima und den speziellen Frauenfiguren in seinen Videospielen war mir so einigermaßen bzw. etwas bekannt. Werde nun wohl beim weiteren Spielen von Death Stranding, bedingt durch diesen Artikel, automatisch genauer hinschauen. Bin gespannt.

  6. Avatar for KaFour KaFour says:

    Woa, ein Wasted-Artikel, und dann auch noch von Mirko. Wie schön! :heart_eyes:
    Ich kann übrigens echt empfehlen sich durch die Links durckzuklicken. Die sind viel zu schade um als reine wasted-pinke Optik-Girlande zu versauern. Die hätten quasi einen eignen abschließenden „Referenzen/Literaturempfehlungen“ Abschnitt verdient.

    Wenn man’s inhaltlich zusammenfasst, hat man glaube ich drei Bereiche:

    1. Manga-Ästhetik. Diese Kombination aus Kindchen-Schema und Hypersexualisierung ist irgendwie echt schwierig. Ich sortiere das bei mir immer so als „Japan-Ding“ ein und verabschiede mich dann lieber mit „über Kulturen anderer Länder soll man sich nicht wertend äußern“ aus der Affäre. Weil drüber Nachdenken möchte ich lieber nicht. Aber es verleidet mir selbst ein Chained Echoes.
    2. Das übliche „Was soll denn diese Woke Scheiße, früher war alles besser, da durfte man noch Arschloch sein“ Gebrüll. Das ist natürlich nicht schön, aber irgendwie auch kein Gaming spezifisches Phänomen. Da bin ich mittlerweile bei Schulterzucken und der Erkenntnis „Von jeder ausreichend großen Gruppe sind 10-20% halt Arschlöcher. Überall. Immer“ angekommen.
    3. Kojima und Metal Gear Solid5: kann mich da @VfBFan nur anschließen. Hab ich heute erstmalig gesehen und es ist echt verstörend. Sehr sehr verstörend.

    ABER: wenn man Manga-Zeugs UND Ewiggestrige UND Kojima rausnimmt (OK, evtl. viel verlangt): ich finde dann ist’s echt viel viel besser geworden.
    Habe z.B. gerade festgestellt, dass alle Spiele die ich dieses Jahr durchgespielt habe weibliche (i.W. nicht sexualisierte) Protagonisten hatten (Showgunners, Returnal, Uncharted Lost Legacy). Geht doch. Jetzt muss ich aber meinem Armored Core Mech irgendwie einen Pferdeschwanz drancustomisen damit die Serie hält :slight_smile: (Danach ist aber Telltale Expanse dran. Camina Drummer, Hell Yeah!)

    Zu Dabei offenbaren sich diese Fixer als das eigentliche Problem. Das sollte gefixt werden noch ein sachdienlicher Hinweis:

    (Die Reaktion des ÖRR-Publikums ist fast so lustig wie das Lied…)

    P.S.: Darf man die Screenshots zusammenfassend beschreiben als „Viele Titten und ein Ben“?

  7. Avatar for VfBFan VfBFan says:

    Finde das Aufmacherbild vom Artikel ja so cool. Ein Gamer, der so fasziniert auf sein Desktophintergrundbild starrt, das dasselbe zeigt, wie der kurze Blick aus dem Fenster. Nur eben in kleiner und weniger schön, als der echte Blick in die Landschaft.

Setze die Diskussion fort auf community.wasted.de

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